Start Blog

Unsere Erde ist ein Raumschiff mit begrenzten Ressourcen

Würde alle Menschen so leben wie wir in Österreich, hätten wir bereits am 29. März 2025 alle Ressourcen unserer Erde verbraucht. Zwar leben nicht alle Länder so verschwenderisch wie wir, aber auch auf die gesamte Weltbevölkerung gesehen verbrauchen wir viel zu viele Ressourcen. Wenn wir die Erde als Raumschiff betrachten, zeigt sich deutlich, warum wir ein Umdenken brauchen.

Seit 1971 berechnet die Organisation Global Footprint Network den Erschöpfungstag. Sowohl für einzelne Länder als auch für die gesamte Erde. Vor 50 Jahren lag der Welterschöpfungstag noch am 14. Dezember. Im Laufe der Jahrzehnte ist der Tag allerdings immer weiter vorgerückt. 2024 lag er am 1. August. Die restlichen 153 Tage im Jahr lebt die Menschheit zulasten der Erde. Oder anders gesagt: Wir verbrauchen so viele natürliche Ressourcen, dass unser Planet keine Chance hat, sie wieder nachproduzieren. Um besser zu verstehen, was das bedeutet, hilft es, sich die Erde als Raumschiff vorzustellen.

Earth Overshoot Day

Ein Raumschiff namens Erde

Am Raumschiff Erde finden die Fahrgäste alles, was sie zum Leben brauchen. Solange die Lebenserhaltungssysteme funktionieren, werden sie mit Luft, Wasser, Essen und Energie versorgt. Im Gegensatz zu allen anderen Raumschiffen funktioniert die Erde ganz von selbst, ein wahres Wunderwerk. Sie braucht keinen Treibstoff, keine Wartung und alle Passagiere reisen umsonst mit.

Allerdings ist die Leistung des Raumschiffs Erde begrenzt. Es kann pro Jahr nur eine bestimmte Menge an natürlichen Ressourcen für seine Fahrgäste zur Verfügung stellen. Wenn sie mehr brauchen, müssen sie auf den Notfallspeicher zurückgreifen. Und das machen sie auch.

Wir plündern den Notfallspeicher

In den ersten Jahren entnehmen die Fahrgäste nur ganz wenig aus dem Notfallspeicher. Das Raumschiff Erde scheint das nicht weiter zu stören, alle Lebenserhaltungssysteme funktionieren weiterhin. Also entnehmen die Fahrgäste in den Jahren darauf immer mehr. Und dann beginnt es zu kippen. Die Lebenserhaltungssysteme funktionieren immer schlechter. Denn die Erde braucht selbst Ressourcen, um ihre Systeme am Laufen zu halten.

Doch die Fahrgäste im Raumschiff Erde plündern weiter. Irgendwann haben sie schon im Sommer die Ressourcen für das ganze Jahr verbraucht und müssen riesige Mengen aus dem Notfallspeicher entnehmen. Genau an dem Punkt stehen wir jetzt auf unserer Erde.

Unsere Erde ist erschöpft

Die Metapher des Raumschiffs hilft uns zu verstehen, dass die natürlichen Ressourcen unserer Erde begrenzt sind. Unsere Erde ist ein komplexes und empfindliches System, genauso wie ein Raumschiff. Durch unsere Art zu leben und zu wirtschaften fügen wir der Erde Schaden zu. Natürlich gibt es keinen Notfallspeicher, den wir tatsächlich durch unsere Lebensweise leerräumen. Aber nichtsdestotrotz plündern und beschädigen wir unsere Erde. Durch die Überfischung der Meere, durch den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen, durch die Abholzung der Regenwälder. Genau darauf möchte der Welterschöpfungstag hinweisen.

Österreichs eigener Erschöpfungstag

Fachleute errechnen nicht nur den Welterschöpfungstag, sondern auch Erschöpfungstage für einzelne Länder. Und dieser Tag macht Österreich kein schlankes Bein. Würden alle Menschen der Erde genauso leben wie ein durchschnittlicher Österreicher oder Österreicherin, dann wären die Ressourcen der Erde schon 29. März verbraucht. Damit liegt Österreich weit vorn im weltweiten Vergleich und über einen Monat vor Nachbarländern wie Deutschland (3. Mai), Italien (6. Mai), der Schweiz (7. Mai) oder Ungarn (31. Mai).

Wir müssen nachhaltiger leben

Insbesondere reiche Länder wie Österreich müssen ihre Art zu leben und zu wirtschaften verändern. Unsere Erde ist endlich, und das muss sich in unser aller Leben widerspiegeln. Das beginnt bei der Frage, ob wir Dinge reparieren oder wegschmeißen. Wie wir Energie gewinnen, ohne unser Klima zu schädigen. Oder wie wir Essen anbauen, ohne dabei Ökosysteme zu zerstören.

Die Erde hat keinen Notausgang

Nur so kann das Raumschiff Erde auch in Zukunft vielen Menschen ein gutes Leben bieten. Es gehört uns nicht, wir sind lediglich Gäste, die für eine bestimmte Zeit mitfahren dürfen. Und eine weitere Tatsache sollten wir uns in Erinnerung rufen: Genauso wie ein Raumschiff hat auch unsere Erde keinen Notausgang. Wir können sie nicht verlassen, selbst wenn die Lebenserhaltungssysteme ausfallen. Sie ist der einzige lebensfreundliche Ort inmitten eines lebensfeindlichen Universums. Und derzeit leuchten alle Warnlämpchen im Raumschiff rot.

Erderwärmung stärker als gedacht

Wird die Erderwärmung stärker ausfallen, als wir bisher angenommen haben? Eine neue Langzeitstudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung geht davon aus. Denn die neue Studie simuliert zum ersten Mal die Entwicklung der Erderwärmung über die kommenden 1000 Jahre.

Die Erderwärmung könnte aufgrund von Rückkopplungen langfristig deutlich stärker ausfallen als gedacht. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK). Das Pariser Ziel, die Erwärmung bei deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten, sei nur mit sehr niedrigen Emissionen und bei einer geringeren Klimasensitivität als derzeit angenommen erreichbar, warnt das Institut. Die Klimasensitivität umschreibt dabei, wie stark sich die Erde erwärmen würde, wenn sich der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre verdoppelt. Die Studie berücksichtigte dabei eine Spanne von zwei bis fünf Grad Celsius, die vom Weltklimarat (IPCC) als sehr wahrscheinlich eingestuft wird. Sie berücksichtigte für ihre Langzeitanalyse außerdem alle derzeit bekannten wichtigen Rückkopplungen im Kohlenstoffkreislauf, auch Methan, und untersuchte, wie stark diese zur Erwärmung beitragen.

Rückkopplungen als Auslöser

Die Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die Erderwärmung in den kommenden tausend Jahren viel stärker ausfallen könnte als bisher angenommen. Selbst in Szenarien, die heute als relativ sicher gelten, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, könnten Rückkopplungen im Klima- und Kohlenstoffkreislauf die Temperaturen stärker ansteigen lassen. Ein Beispiel für solche Rückkopplungen ist etwa das Auftauen von Permafrost.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Auswirkung für Jahrhunderte

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Dringlichkeit, unsere Emissionen schneller zu reduzieren und CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen. „Was wir heute tun, wird das Leben auf diesem Planeten für Jahrhunderte prägen“, sagt PIK-Direktor Johan Rockström und Mitautor der Studie. „Das Zeitfenster, um die Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, schließt sich schnell. Wir sehen bereits, dass das Erdsystem an Stabilität verliert – das könnte Rückkopplungen auslösen, welche die Klimasensitivität erhöhen und damit zu beschleunigter Erwärmung und Abweichungen von bisherigen Prognosen führen.“ (Red./APA)

Kein großer Wurf beim Bodenschutz

0

Der WWF hat die Vorhaben der neuen österreichischen Regierung beim Bodenschutz analysiert und fordert sowohl konkretere Ziele als auch Nachbesserungen bei den bereits bestehenden. Der Bodenverbrauch in Österreich ist nach wie vor viel zu hoch.

28 Punkte aus dem Regierungsprogramm der Dreier-Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos hat die Umweltschutzorganisation zum Thema Bodenschutz untersucht. Dabei wurden nur sieben „neue und positive“ Vorhaben registriert. Der Großteil der Punkte schreibe hingegen bisherige Versprechen nur sehr vage fort. Vier weitere Regierungspläne bewertet der WWF hingegen als „eindeutig negativ“.

Bodenverbrauch

Autobahnen sind Rückschritt

Als großen Rückschritt beurteilt der WWF vor allem die geplante Forcierung des Straßenbaus. „Neue Autobahnen und Schnellstraßen schaffen wissenschaftlich erwiesen wieder nur mehr Verkehr und sabotieren die Klima- und Bodenschutz-Ziele“, erklärt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. So würden laut dem aktuellen Umweltbericht allein durch die Lobau-Autobahn rund 130 Hektar an landwirtschaftlichen Flächen verloren gehen. Ebenso kritisch sieht der WWF die angestrebte Beschleunigung von Bauverfahren. „Hier drohen unter dem Deckmantel der Vereinfachung wichtige Umweltstandards untergraben zu werden“, warnt Pories.

Bodenverbrauch
Die geplanten neuen Autobahnen und Schnellstraßen sind laut WWF ein großer Rückschritt beim Boden- und Klimaschutz. © Christian Lendl
Bodenschutz unzureichend

Die 28 untersuchten Punkte beziehen sich auf bodenrelevante Maßnahmen, die der WWF im aktuellen Regierungsprogramm gefunden hat. Fazit: Die Dreier-Koalition werde insgesamt der Dringlichkeit des Problems nicht gerecht. „Der Bodenschutz ist zwar im Programm mehrfach verankert, aber es ist noch nicht erkennbar, wie die Bundesregierung ihre Ziele tatsächlich erreichen will. Insgesamt gibt es viel Luft nach oben.”, sagt Simon Pories. Ein potenzieller Fortschritt wären demnach die stärkere Raumordnung auf Landesebene und versprochene Bodenschutz-Maßnahmen im Finanzausgleich.

Bodenschutz Bodenverbrauch

Bodenverbrauch zu hoch

Laut aktuellen Berechnungen des WWF sei der Bodenverbrauch in Österreich weiterhin viel zu hoch: Im Jahr 2024 wurden trotz der schwächelnden Bauwirtschaft rund 25 Quadratkilometer Boden neu verbraucht. Somit sei eine Fläche neu verbaut und versiegelt worden, die in etwa dem Traunsee entspricht. Das liege weit über dem versprochenen 2,5-Hektar-Ziel. Es gebe weiterhin große strukturelle Defizite beim vorbeugenden Bodenschutz. Dabei müsste Österreich aufgrund seiner alpinen Topografie besonders sparsam mit der endlichen Ressource Boden umgehen, so der WWF. (Red./APA)

Den vollständigen WWF-Bericht gibt es hier als Download.

Ein Drittel darf nicht wählen

0

Der Anteil der Menschen ohne Wahlberechtigung in Österreich steigt seit Jahren. In Wien hat er jetzt ein neues Rekordhoch erreicht.

Wenn am 27. April der Wiener Gemeinderat und Landtag neu gewählt wird, kann mehr als ein Drittel der Einwohner:innen der Bundeshauptstadt nicht daran teilnehmen. Mehr als 35 Prozent der Wiener:innen im Wahlalter haben kein Wahlrecht, weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.

Immer weniger Wahlberechtigte

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Wahlberechtigten kontinuierlich gesunken. Waren in den 1980er Jahren noch mehr als 90 Prozent der Volljährigen in Wien wahlberechtigt, sank der Anteil trotz Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei der Wahl 2010 erstmals unter 80 Prozent. Bei der Gemeinderatswahl 2015 waren bereits mehr als ein Viertel der Wiener:innen im Wahlalter vom Wahlrecht ausgeschlossen.

Nur noch rund 70 Prozent der in Wien lebenden Menschen waren bei der Wiener Gemeinderatswahl vor fünf Jahren zur Stimmabgabe aufgerufen. Bei der Nationalratswahl im vergangenen Herbst sank der Anteil der Wahlberechtigten in Wien erstmals unter die Zwei-Drittel-Marke, seitdem ist der Anteil noch weiter gesunken auf nun unter 65 Prozent. Den rund 1,1 Millionen Wahlberechtigten stehen laut Daten der Statistik Austria rund 610.000 Nicht-Österreicher:innen im Wahlalter mit Hauptwohnsitz in Wien gegenüber. Das entspricht einem Anteil von 35,4 Prozent, österreichweit waren zum 1. Jänner 19,7 Prozent der Über-16-Jährigen nicht wahlberechtigt.

Wahllokal
Wenn am 27. April in Wien der Gemeinderat und der Landtag neu gewählt werden, kann ein Drittel der Einwohner:innen nicht wählen. 
EU-Bürger:innen dürfen nur Bezirksvertretung wählen

Mehr als ein Drittel der Nicht-Stimmberechtigten stammt aus der Europäischen Union. Die rund 260.000 in Wien lebenden EU-Bürger:innen dürfen zwar an den Bezirksvertretungswahlen teilnehmen, aber anders als in anderen Gemeinden nicht für den Gemeinderat stimmen, weil dieser in Wien gleichzeitig der Landtag ist und die Teilnahme an Landtagswahlen gemäß Verfassung österreichischen Staatsbürger:innen vorbehalten ist. Zwar wächst die Zahl der auf Bezirksebene wahlberechtigten EU-Ausländer seit Jahren, ihre Wahlbeteiligung ist aber traditionell gering. 2020 gaben nur 20,4 Prozent der Wahlberechtigten aus anderen EU-Staaten ihre Stimme ab – bei einer Gesamtwahlbeteiligung von 57,7 Prozent.

Auf dem Weg zur halben Demokratie

Seit Jahren gibt es Warnungen, dass der steigende Anteil der Nichtwahlberechtigten ein demokratiepolitisches Problem darstellt. Die Organisation SOS Mitmensch spricht davon, dass sich Wien auf dem Weg zu einer „halben Demokratie“ befinde, weil laut ihrer Prognose im Jahr 2050 nur noch jede zweite Person wahlberechtigt sein werde.

Das Problem sieht die NGO, die im Vorfeld der Wien-Wahl erneut eine symbolische „Pass Egal Wahl“ veranstalten wird, nicht nur in der Einwanderung, sondern auch im restriktiven Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft. Einen österreichischen Pass zu bekommen, ist schwer und teuer. Österreich rangiert beim weltweiten Migrant Integration Policy Index auf dem drittletzten Platz. Nur in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es noch schwerer, die Staatsbürgerschaft zu bekommen. Daran dürfte auch die neue Dreierkoalition wenig ändern, laut Regierungsprogramm sollen zum Beispiel die Anforderungen bei Deutschkenntnissen noch weiter verschärft werden. Nur für Personen mit dringend benötigten Berufen soll es Erleichterungen bei den finanziellen Anforderungen geben. (Red./APA)

KI: Stromfresser und Klimahoffnung zugleich

0

Mit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 hat die Ära der Künstlichen Intelligenz begonnen. Eine aktuelle Studie von Goldman Sachs hat sich nun angesehen, wie sich dieser Boom auf den Stromverbrauch und damit auch auf die weltweiten CO₂-Emissionen auswirken wird.

Eine ChatGPT-Anfrage kostet mit 2,9 Wattstunden rund zehnmal so viel Energie wie eine Google-Suche mit 0,3 Wattstunden. Zum Vergleich: Eine LED-Glühbirne verbraucht zwischen sechs bis neun Watt pro Stunde.  Schon 2025 werden ChatGPT, Google Gemini und ihre Konkurrenten täglich millionenfach genutzt und erhöhen den weltweiten Strombedarf messbar. Aber wir stehen erst am Anfang der KI-Ära. Goldman Sachs Research schätzt in einer aktuellen Studie, dass sich die CO₂-Emissionen der Rechenzentren zwischen 2022 und 2030 mehr als verdoppeln könnten.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Rechenzentren als Stromfresser

Der höhere Stromverbrauch durch die KI fällt nicht auf Seiten der Nutzer:innen an, sondern in den Rechenzentren der Tech-Konzerne. Über die ganze Welt verteilt stehen tausende Prozessoren, die unsere Anfragen verarbeiten und dabei große Mengen an Energie benötigen.

Energieintensiv sind nicht nur die Anfragen der Nutzer:innen, sondern auch das Training der Sprachmodelle. Damit sie von der Konkurrenz nicht abgehängt werden, verbessern Tech-Konzerne ihre Sprachmodelle laufend durch Training. Mit diesem Vorgang sind wochenlang Tausende Prozessoren beschäftigt. Für ChatGPT-3 wurden schätzungsweise 1,287 Megawattstunden Energie verbraucht. Das würde ausreichen, um einen durchschnittlichen österreichischen Haushalt etwa 322 Jahre mit Strom zu versorgen.

Derzeit machen Rechenzentren etwa ein bis zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus. Bis 2030 könnte dieser Anteil auf 3–4 Prozent steigen, rechnet Goldman Sachs vor. Besonders groß könnte der Anstieg in den USA ausfallen. Dort könnten Rechenzentren bis 2030 acht Prozent des US-Stroms verbrauchen.

KI-Wettrennen lässt CO₂-Emissionen steigen

Der Bedarf an Rechenleistung steigt nicht erst seit dem KI-Boom. Von 2015 bis 2019 verdreifachten sich die Datenmengen, doch der Stromverbrauch der Rechenzentren blieb bei rund 200 Terawattstunden pro Jahr konstant. Das lag vor allem an Effizienzsteigerungen.

Doch der enorme Verbrauch der KI-Modelle lässt sich so nicht mehr ausgleichen. Der Stromverbrauch steigt und damit auch die Emissionen. Aus einem Bericht des Weltwirtschaftsforums geht hervor, dass die Emissionen von Microsoft seit 2020 um fast 30 Prozent gestiegen sind – vor allem wegen des KI-getriebenen Ausbaus der Rechenzentren. Bei Google stiegen die Emissionen bis 2023 um fast 50 Prozent gegenüber 2019, auch hier dürften die hauseigenen KI-Modelle maßgeblich verantwortlich gewesen sein.

KI Stromverbrauch
Der Wettlauf um die besten KI-Modelle ist in vollem Gange. 2025 hat noch das in den USA entwickelte ChatGPT von OpenAI den höchsten weltweiten Marktanteil.
Konflikte mit Klimaschutz

Laut Goldman Sachs könnte der gesellschaftliche „Klimakostenfaktor“ von KIs bei 125 bis 140 Milliarden Dollar liegen. Tech-Unternehmen versuchen zwar, den Energieverbrauch zu senken, doch die steigende Nachfrage macht es schwer, die Emissionen insgesamt zu reduzieren.

Goldman Sachs rechnet in seiner Studie mit einem steigenden Gasbedarf und auch Atomkraft könnte zur Anwendung kommen. Ende 2024 wurde etwa angekündigt, dass ein Reaktor im stillgelegten US-Atomkraftwerk Three Mile Island wieder hochgefahren werden soll. Abnehmer sind in dem Fall die Rechenzentren von Microsoft. Doch auch ohne fossile Brennstoffe und Atomkraft wäre ein Wachstum in KI-Branche möglich.

Viele Lösungen am Horizont

Neue Hardware wie spezialisierte Chips können den Energiehunger von KI-Modellen enorm reduzieren. Der Chip-Hersteller Nvidia kann mit seiner neuesten Generation an Chips generative KI 30-mal schneller ausführen – mit nur einem Bruchteil der Energie.

Auch die Software spielt eine große Rolle. Effizientere KI-Architekturen könnten den Energieverbrauch um das 100- bis 1.000-Fache senken. Ein neuer KI-Chatbot aus China hat Anfang des Jahres bereits für Aufruhr in der Techbranche gesorgt, weil die Macher:innen bereits eine solche Effizienzsteigerung erreicht haben.

Zu guter Letzt kann auch der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft den CO₂-Fußabdruck von Rechenzentren deutlich reduzieren. In Kombination mit einer Strategie zur nachhaltigen Nutzung von Rechenleistung lässt sich der positive Effekt erneuerbarer Energien weiter verstärken. Rechenintensive und damit stromfressende KI-Aufgaben könnte man zum Beispiel in Zeiten hoher Verfügbarkeit erneuerbarer Energien planen.

KI weckt Klimahoffnungen

Es gibt jedoch auch die berechtigte Hoffnung, dass KI einen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten kann. Ein Bericht der US-amerikanischen Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) sieht so etwa das Potenzial, dass KI-Anwendungen helfen können, die Treibhausgasemissionen erheblich zu reduzieren. Bis 2030 könnten so fünf bis zehn Prozent Einsparung möglich sein, hieß es in der Studie „How AI Can Speed Climate Action„.

Ob KI am Ende mehr zur Klimakrise beiträgt oder bei ihrer Lösung hilft, hängt von den Entwicklungen der kommenden Jahre ab. Regierungen, Tech-Konzerne und Wissenschaft müssen zusammenarbeiten, um den steigenden Energiebedarf einzudämmen. Gelingt es dann auch, Künstliche Intelligenz gezielt für nachhaltige Innovationen einzusetzen, könnte sie auch eine treibende Kraft für den Klimaschutz werden. (APA/Red)

Das Erfolgsgeheimnis von Kattowitz

Von der schwarzen Kohlestadt zum grünen Wirtschaftswunder. Klingt nach Marketingsprech des Tourismusbüros, ist aber im Kattowitz wirklich so passiert. Vor 30 Jahren war die Stadt das Zentrum der polnischen Kohleindustrie. Heute dreht sich in alles um nachhaltiges Wirtschaften, Kultur und E-Sport. Eine Geschichte über einen beachtlichen Wandel und wie er gelungen ist.

Wer im Kattowitz der Nachkriegszeit aufgewachsen ist, kennt das Schichtsystem der Bergwerke genauso gut wie den Takt der Jahreszeiten. In den Nachkriegsjahren arbeiteten fast eine halbe Million Menschen in den Kohlebergwerken der Stadt und ihres Umlandes. Damals spielte die Kohle der Region landesweit eine Schlüsselrolle. Die Wirtschaft Polens lag am Boden, aber die Bergwerke in Kattowitz brachten Geld ein und finanzierten so den Wiederaufbau des zerstörten Landes.

Heute ist Kattowitz eine völlig andere Stadt. Zwischen den alten Fördertürmen der Bergwerke stehen moderne Hochhäuser, Hochschulen und Kulturgebäude. Statt Helm und Grubenlampe prägen Laptops und Headsets den Alltag der jungen Kattowitzer:innen.

Kattowitz in der polnischen Woiwodschaft Schlesien war früher der Inbegriff einer Industriestadt. Heute schaffen IT-Branchenriesen wie IBM und Fujitsu Arbeitsplätze und verändern mit ihren Bürotürmen das Erscheinungsbild der Stadt.
Kaum Arbeitslosigkeit in Kattowitz

Dieser Wandel geschah nicht zufällig. Er war das Ergebnis mutiger Entscheidungen. Nord-Pas-de-Calais in Frankreich, der Central Belt Schottlands und die Region um das tschechische Ostrava. Viele Regionen Europas leiden seit Jahrzehnten am Niedergang ihrer Bergbauindustrie. Sie kämpfen mit hoher Arbeitslosigkeit, Abwanderung und bröckelnder Infrastruktur.

Nicht aber Kattowitz. Die Wirtschaft der Stadt boomt. Die Arbeitslosenquote liegt unter einem Prozent, und das, obwohl durch die Schließung vieler Bergwerke 70 Prozent aller Arbeitsplätze verloren gingen. Wie konnte Kattowitz dieser beachtliche Wandel gelingen?

Kluge Entscheidungen in den Neunzigern

Die 1990er war für Polen ein Jahrzehnt des Umbruchs. Das Land war bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion stark in die zentral gesteuerte Wirtschaft des Ostblocks eingebunden. Die Sowjetunion war ein verlässlicher Abnehmer polnischer Kohle. Gekauft wurde zu politisch festgelegten Preisen, die keinen marktwirtschaftlichen Prinzipien folgten. Mit dem Ende des Kommunismus änderte sich das. Viele Bergwerke in Schlesien begannen Verluste zu machen und mussten schließen. Die Arbeitslosigkeit stieg rasant.

Doch statt den Kohlebergbau künstlich am Leben zu erhalten, ging Kattowitzer Stadtregierung früh einen anderen Weg. Die Verantwortlichen verstanden, dass ein tiefgreifender Wandel der Wirtschaft unvermeidlich ist und dass der am besten mit Anreizen gelingt. Also nahm Kattowitz Geld in die Hand.

Die Stadt finanzierte Förderungen, Steuererleichterungen und baute Infrastruktur und Bildungseinrichtungen. Das Ziel war klar: Die Stadt soll ein attraktiver Standort für zukunftsweisende Branchen werden. Dabei setzten die Verantwortlichen nicht auf einen Wirtschaftszweig, sondern setzten auf mehrere Pferde.  So wurde Kattowitz nach und nach von einer reinen Industriestadt zu einem breit aufgestellten Wirtschaftsstandort mit Fokus auf Dienstleistung, IT, Medizintechnik und Gaming.

Einmal jährlich findet eines der größten E-Sports-Turniere der Welt in Kattowitz statt. Die Veranstaltung bringt nicht nur Tourist:innen in die Stadt, sondern schafft auch Arbeitsplätze in der Gamingbranche.
Gaming-Hauptstadt Europas

Die Entscheidungen von damals haben Kattowitz grundlegend verändert. Wenn junge Menschen Kattowitz hören, denken sie oft nicht mehr an Kohle, sondern an E-Sport. Das sind Wettkämpfe, bei denen Spieler:innen in Videospielen gegeneinander antreten.

E-Sport hat sich in den letzten Jahren zu einem globalen Phänomen mit enormem Publikumsinteresse entwickelt. Und Kattowitz ist mittendrin. Seit 2014 findet dort das Finale der Intel Extreme Masters (IEM) statt, eines der wichtigsten e-Sport-Turniere der Welt. Jedes Jahr kommen Tausende Spieler:innen aus aller Welt nach Kattowitz, und Millionen verfolgen das Event online. Für Kattowitz ist die IEM zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Die Veranstaltung bringt nicht nur Tourist:innen in die Stadt, sondern schafft auch Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen.

Kattowitz will seine Rolle als Gaming-Hauptstadt Europas weiter ausbauen. Dafür soll ein Kohlebergwerk renoviert und zum Gaming and Technology Hub umgebaut werden. Die Stadt stellt der wachsenden E-Sport-Branche damit proaktiv Büroräume, Co-Working-Spaces, Aufnahmestudios, Labors, IT-Infrastrukturen sowie Konferenzräume und Bildungseinrichtungen zur Verfügung.

Das Schlesische Museum wurde 2014 auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlebergwerks erbaut. Das architektonische Erbe der alten Industrie wurde dabei bewahrt. © Kris Duda, Flickr
Neue Identität durch mutige Investitionen

Ein weiterer entscheidender Faktor für den erfolgreichen Wandel waren Investitionen in erstklassige Kultureinrichtungen. Früher war es die Kohle, die Kattowitz seine Identität gab. Heute ist die Kultur, die in Polen und weit darüber hinaus einen hervorragenden Ruf genießt.

Kattowitz hat seit 2014 eine der besten Konzerthallen der Welt. Die NOSPR zieht mit ihrer ausgeklügelten Akustik die besten Orchester der Welt an, darunter die Wiener Philharmoniker und das London Symphony Orchestra.

Und auch das 2014 errichtete Schlesische Museum ist mittlerweile ein Wahrzeichen der Stadt. Es wurde ebenfalls auf dem Gelände eines Bergwerks errichtet – zum größten Teil unterirdisch. Neue und alte Architektur verbinden sich und spiegeln den Geist der Stadt wider. Der alte Förderturm der Mine wurde durch einen angebauten Lift für Besucher:innen zugänglich gemacht und bietet heute einen Ausblick über die ganze Stadt. Die Konzerthalle NOSPR und das Schlesische Museum geben den Bewohner:innen einen neuen Grund, auf ihre Stadt stolz zu sein.

Die NOSPR zählt dank ihrer exzellenten Akustik zu den fünf besten Konzerthallen der Welt. © Ziemowit Cabanek, Flickr
Gastgeber der Klimakonferenz

Die Ausrichtung der UN-Klimakonferenz im Jahr 2018 in Kattowitz lenkte die Aufmerksamkeit auf Klimaschutz. In den Jahren nach der Konferenz hat die Stadt erhebliche Anstrengungen unternommen, um ihre Klimabilanz zu verbessern. So wurden zahlreiche Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet und energetisch saniert. Ehemalige Industrieflächen wurden in Parks umgestaltet und Verkehrsflächen entsiegelt. Auch im Verkehrssektor setzt Kattowitz auf umweltfreundliche Lösungen: Die Einführung neuer Straßenbahnen und Elektrobusse trug zur Reduzierung der Luftverschmutzung bei und fördert eine nachhaltige Mobilität.

Einen wichtigen Schritt für ihre Zukunft ging die Stadt erst vor kurzem. Anfang des Jahres 2025 ist sie der Powering Past Coal Alliance (PPCA) beigetreten. Das ist eine internationale Initiative, die sich für den Abschied von Kohlekraft einsetzt. Damit zeigt Kattowitz, dass es ernsthaft auf eine nachhaltige Zukunft setzt.

Klimapolitisch konservatives Polen

Viele ältere Kattowitzer:innen waren im Bergbau beschäftigt und nennen ihre Stadt bis heute mit Stolz das schwarze Herz Polens.  Kohle ist ein wichtiger Teil ihrer Identität. Polen ist nach wie vor der zweitgrößte Kohleproduzent Europas und hat 2023 noch mehr ein Drittel seines Energiebedarfs mit Kohle gedeckt. 2025 gibt es mit der Zeche Staszic-Wujek auch noch ein letztes aktives Kohlebergwerk in Kattowitz.

Doch Kohle hat in Kattowitz längst nicht mehr die Bedeutung wie in der Nachkriegszeit. Die Stadt ist mutig einen Weg in eine grüne Zukunft gegangen, den andere Teile Polens noch vor sich haben. Während die nationale Politik Polens beim Klimaschutz weiter zögert, zeigt Kattowitz, dass ein geordneter und wirtschaftlich erfolgreicher Kohleausstieg möglich ist. Die Politik muss nur bereit sein, langfristig zu denken und gezielt in den Wandel zu investieren.

Mit weniger Demokratie zu mehr Macht

Bald könnte Herbert Kickl unser Land lenken. Ein rechtsextremer Stratege, der allem kritisch gegenübersteht, das seine Macht einschränken könnte. Zum Beispiel der unabhängigen Justiz, freien Medien und Menschenrechten. Kurzum: Die FPÖ will Errungenschaften der modernen Gesellschaft angreifen, die uns vor willkürlicher Staatsgewalt schützen. Was kommt da auf uns zu? Ein Gespräch mit Demokratieforscher Michael Hunklinger.

Erstmals in der Geschichte Österreichs könnte die rechtsextreme FPÖ den Kanzler stellen. Mit der ÖVP als Juniorpartner laufen die Verhandlungen zur Regierungsbildung schon seit Anfang Jänner.  Die FPÖ liegt in Umfragen bei bis zu 39 Prozent, während die ÖVP bei Neuwahlen deutlich verlieren würde. Der ÖVP liegt daher viel an einem Zustandekommen einer blau-schwarzen Regierung. Diesen Umstand wird die FPÖ zu nutzen wissen und viele ihrer Anliegen durchbringen. Für die liberale Demokratie Österreichs sind das keine guten Nachrichten.

„Die Idee von einem einheitlichen Volk mit einem einheitlichen Willen ist gefährlich.“

Dabei spricht sich die FPÖ gar nicht offen gegen die Demokratie aus. Im Gegenteil, sie fordern, dass sich die Politik nach dem Volkswillen zu richten habe. Warum dann die ganze Aufregung? „Die Idee von einem einheitlichen Volk mit einem einheitlichen Willen ist gefährlich“, warnt Demokratieforscher Michael Hunklinger. „Es schließt viele Menschen aus, die nicht in das enge Bild des Volkes hineinpassen. Migrant:innen, Minderheiten und politisch Andersdenkende.“

Hunklinger ist Senior Scientist am Department für Europapolitik und Demokratieforschung der Universität Krems. Im Gespräch mit dem FREDA Magazin äußert er Sorge um die Zukunft der Demokratie in Österreich. Als System werde die Demokratie zwar noch bestehen bleiben, aber im Hintergrund könnte sie ausgehöhlt werden, so der Wissenschaftler.

Einen einzigen Volkswillen gibt es nicht

Die Bevölkerung Österreichs ist keine einheitliche Gruppe, sondern setzt sich aus unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammen. Das Beharren auf einem Volkswillen bedeutet also, dass viele Perspektiven ignoriert werden.

In autoritär geprägten Ländern gibt es nur eine vorherrschende Meinung im Land. Welche das ist, entscheiden die regierenden Parteien selbst. Und: Der Volkswille sei anfällig für Manipulation und ändere sich schnell, argumentiert Hunklinger. „Beim Brexit wurde sehr viel mit Falschinformation gearbeitet, um die Menschen zu manipulieren.“ Heute bereuen viele Brit:innen den Ausstieg aus der EU.

„Eine liberale Demokratie beruht auf Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Grundrechten.“

Außerdem passe der alleinige Fokus auf das Mehrheitsprinzip nicht mit dem Verständnis unserer liberalen Demokratie zusammen, so der Demokratieforscher. „Ein zentrales Element einer liberalen Demokratie ist die Suche nach einem gemeinsamen Konsens. Es geht darum, die Interessen von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, Parteien und Interessensvertretungen abzuwiegen und zu verhandeln. Dieser Aushandlungsprozess dauert manchmal, aber er ist wichtig.“

Liberale Demokratien schützen die Rechte des Einzelnen

Auch in einer liberalen Demokratie sind freie Wahlen wesentlich. Aber sie folgt nicht ausschließlich dem Mehrheitsprinzip, also der Idee, dass die Mehrheit kompromisslos das Sagen hat. „Eine liberale Demokratie beruht auch auf Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Grundrechten“, erklärt der Demokratieforscher.

Diese sperrigen Worte haben eine große Bedeutung. Dass Gerichte unabhängig von den Wünschen der Regierenden im Land Urteile sprechen können, zum Beispiel. Oder dass die Macht im Land auf verschiedene politische Ämter und Parteien verteilt ist, die sich gegenseitig kontrollieren. Und am wichtigsten: Dass es Grundrechte wie Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit gibt, die Regierende uns nicht einfach mit dem Argument „Die Mehrheit will das so“ wegnehmen können.

Demokratieforscher Michael Hunklinger zeigt sich im Gespräch besorgt um die liberale Demokratie Österreichs.
Wir kennen das wahre Gesicht der FPÖ bereits

Von 2017 bis 2019 war die FPÖ bereits in Schlüsselpositionen und hat ihr Demokratieverständnis deutlich gezeigt. Herbert Kickl hat in seiner Zeit als Innenminister den Verfassungsschutz stürmen lassen, um mutmaßlich Ermittlungen gegen Rechtsextreme zu behindern und die Arbeit der unabhängigen Justiz zu stören.

Unter der kommenden Regierung soll es noch weiter gehen. Mit Notstandgesetzen will Kickl sich über bestehende EU-Asylgesetzgebung hinwegsetzen und damit Grundrechte einschränken. Auch einem weiteren Schlüsselaspekt einer liberalen Demokratie hat die FPÖ den Kampf angesagt: den freien Medien. Generalsekretär Christian Hafenecker spricht davon, die Presseförderung auf „völlig neue Beine“ zu stellen und zu schauen, wie man „Medienförderungen künftig verteilt“.  Noch deutlicher wird Wiens FPÖ-Obmann Dominik Nepp nach einem kritischen Artikel der Tageszeitung Der Standard: „5 gute Jahre, wenn es mit diesem Scheißblatt endlich vorbei ist.“

Menschen sehnen sich nach einfachen Antworten

Nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt sind rechtspopulistische bis rechtsextreme Parteien auf dem Vormarsch. Die Neue Rechte zeigt sich nach außen zahm und modern. Dieses Auftreten und geschickte Medienarbeit machen rechtsextreme Ideen weltweit immer salonfähiger. Im Vergleich dazu wirke Demokratie in Krisenzeiten schwerfällig und farblos. Die Menschen würden sich einfache Lösungen wünschen, so Michael Hunklinger.

Ein verständlicher Wunsch. Viele Österreicher:innen sind verunsichert. Sie fürchten sich vor Teuerung und sozialem Abstieg und suchen nach Schuldigen für diese Entwicklung. Rechtspopulistische Parteien wie die FPÖ nutzen diese Unzufriedenheit. Sie präsentieren sich als die Partei der einfachen Lösungen und benennen Schuldige: Migrant:innen, Geflüchtete, Trans*Personen und die woke bubble zum Beispiel. Mit dieser Art Politik zu machen, verstärken sie Konflikte und spalten die Gesellschaft. Kurzfristig funktioniert diese Strategie, langfristig endet sie im Chaos.

„Wenn man die liberale Demokratie schwächt, schwächt man uns alle.“

Autoritäre Regierungen sind schlecht für alle

Ein Blick nach Ungarn zeigt, wie schnell eine Demokratie autoritäre Züge annehmen kann. Demokratisch gewählte Regierungen haben dort unabhängige Gerichte und Medien systematisch geschwächt und die Rechte von Frauen und LGBTQ+-Personen eingeschränkt. Minderheiten sind zwar oft die ersten, die unter dem Abbau der liberalen Demokratie leiden. „Manche spüren es früher, andere später. Aber wenn man die liberale Demokratie schwächt, schwächt man uns alle“, mahnt Demokratieforscher Hunklinger. „Wir müssen uns überlegen, wie wir als Gesellschaft auf so etwas antworten. Das Land den Rechtsextremen zu überlassen, ist keine Lösung, wenn wir weiterhin in einer Demokratie leben wollen.“

Die liberale Demokratie bewahrt uns vor den Fehlern der Vergangenheit

„Die liberale Demokratie ist nicht perfekt“, hält Michael Hunklinger fest. Sie sei manchmal kompliziert und träge. Einen Konsens zu finden, verlangt Geduld, Engagement und die Bereitschaft, unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren. Aber die Geschichte zeigt uns, welche Folgen es haben kann, wenn wir die Demokratie grundsätzlich infrage stellen. Mithilfe des vermeintlichen Volkswillens könnten sich die Mächtigen über die Schutzmechanismen unserer modernen Gesellschaft hinwegsetzen. Aber sie sind es, die uns davor bewahren, die katastrophalen Fehler des letzten Jahrhunderts zu wiederholen.

Es liegt an uns, das zu erkennen und für die Demokratie einzutreten. Am wichtigsten sei natürlich, wählen zu gehen, sagt der Demokratieforscher. Man müsse verstehen, dass jeder ein Teil der Demokratie ist. Und das kann man unterschiedlich leben. „Die Mitarbeit in einer Partei, in einer Gewerkschaft oder in einem Ehrenamt stärkt die Zivilgesellschaft“, erklärt er. Michael Hunklinger plädiert außerdem für mehr sozialen Ausgleich. Wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe, könne das negative Konsequenzen für unser Zusammenleben und die Demokratie an sich haben.

Die liberale Demokratie schützt uns vor willkürlicher Staatsgewalt. Sie ist unsere beste Chance auf eine freie, gerechte und sichere Zukunft. Wer sie aufgibt, verliert – vielleicht nicht sofort, aber sicher irgendwann. Wer sie beschneiden will, oder auch nur damit droht, handelt nicht im Sinne der Bürger:innen, sondern will seine Macht ausbauen.

Vogelzahlen stabil

0

Die Wintervogelzählung der Vogelschutzorganisation BirdLife ist die größte Mitmachaktion Österreichs und ein wichtiger Beitrag zur Vogelforschung in bewohnten Gebieten. 645.540 Vögel sind heuer im Rahmen der „Stunde der Wintervögel“ zwischen 4. und 6. Jänner in Österreich gezählt worden. 

Bei den von BirdLife veröffentlichten Ergebnissen ging die Kohlmeise erneut als häufigster gezählter Wintervogel in unseren Gärten hervor. Gefolgt vom Haus- und Feldsperling. An der Zählung beteiligten sich in diesem Jahr knapp 27.000 Menschen in Österreich.

Kohlmeise wieder Spitzenreiter

Mit knapp fünf beobachteten Vögeln pro Garten bleibt die Kohlmeise die verlässlichste Art an Futterstellen, auch wenn ihr Ergebnis unter dem Vorjahr liegt. Anders als im Vorjahr ist sie jedoch nur in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich Spitzenreiter. Die beiden Zweit- und Drittplatzierten, der Haussperling und der Feldsperling, sind dagegen in fast der Hälfte aller österreichischen Gärten präsent gewesen. Die Amsel erreicht bei den aktuellen Beobachtungen Platz vier. Es sind wesentlich weniger Vögel als in der Vergangenheit gezählt worden. Vor allem in Ostösterreich könnte das Usutu-Virus die Amselbestände stark reduziert haben, so BirdLife.

Positiv: Mehr Bergfinken

Als Highlight bezeichnet die Umweltschutzorganisation den starken Einflug von Bergfinken in einigen Bundesländern. Fast 40.000 Vögel wurden österreichweit gezählt und damit der Bergfink am siebthäufigsten gesichtet. Er ist in unserer Gegend ein Wintergast. Er brütet in den Nadel- und Birkenwäldern Skandinaviens. Im Winter sucht er bevorzugt nach Bucheckern, was ihn manchmal in großen Zahlen bis nach Mitteleuropa führt. Bei uns findet man ihn dann vor allem in Buchenreichen Wäldern, häufig besucht er aber auch Futterstellen im Siedlungsgebiet.

Negativ: Sinkflug des Grünlings

Als besorgniserregend wird der voranschreitende Sinkflug des Grünlings bezeichnet. „Während der ehemalige Stammgast an der Futterstelle in den ersten Jahren der Vogelzählaktion noch in jedem zweiten Garten beobachtet werden konnte, findet man ihn mittlerweile nur mehr an jedem fünften Zählort“, erklärt BirdLife. Dem Grünling macht seit Jahren die Vogelkrankheit Trichomoniasis zu schaffen.

Langfristiger Trend rückläufig

Durchschnittlich sind bei der diesjährigen Zählung knapp 31 Vögel pro Zählort zu beobachten gewesen – fast so viele wie im Vorjahr. Die Gesamtzahlen bleiben damit über die vergangenen fünf Jahre stabil. Im langfristigen Vergleich nimmt die Anzahl der Wintervögel in unseren Gärten jedoch ab. Verbauung, der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, unnatürliche Gärten oder monotone Landschaften machen unseren heimischen Vogelbeständen zu schaffen. Außerdem haben die milderen Winter Auswirkungen: Es ziehen etwa immer weniger Vögel aus dem Norden zu. (Red./APA)

Keine fünf Jahre Stillstand bei Klimaschutz

Die Ökologische Ökonomin Sigrid Stagl ist „Wissenschaftlerin des Jahres 2024“. Mit dem Preis wird sie für die Vermittlung ihrer wissenschaftlichen Arbeit zum Umgang mit dem Klimawandel, der Energiekrise und anderen zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen geehrt. Vergeben wird er jedes Jahr vom „Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen“.

Energiekrise, Klimawandel, Ökologisierung der Wirtschaft, die grüne Transformation – es sind beileibe keine Themen, die nicht manchmal verzweifeln ließen. Doch Sigrid Stagl kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen: Die Ökonomin ist eine häufig gefragte Kommentatorin zur Einordnung der heimischen Klima- und Umweltpolitik und ist jetzt zur österreichischen Wissenschaftlerin des Jahres gekürt worden. Sigrid Stangl stammt aus dem Waldviertel in Niederösterreich und promovierte in den späten 1990er-Jahren in den USA als erste Person weltweit in „Ökologischer Ökonomie“.

Keine fünf Jahre ohne Klimaschutz

Angesichts der Aussichten auf eine FPÖ-geführte Bundesregierung mit voraussichtlich keinen Ambitionen, den Klimaschutz voranzutreiben, ist sie kritisch: Österreich habe „keine fünf Jahre“, um im Bereich Klimaschutz nichts zu tun. Wer auf Kosten des Umwelt- und Klimaschutzes das Budget sanieren will, liege falsch. Ein Klimaschutzministerium brauche es weiter.

Würde man zum Beispiel aus Spargründen die CO₂-Besteuerung – wie vor allem von der FPÖ mehrfach gefordert – wieder zurücknehmen, wäre das der Einschätzung der ökologischen Ökonomin „extra dämlich“. Denn eine solche Besteuerung soll 2027 europaweit kommen. Es bringe nichts, etwas, worum 30 Jahre politisch gekämpft wurde, wieder zurückzunehmen – nur um es dann wieder einführen zu müssen.

Wissenschaftlerin des Jahres
Sigrid Stagl ist Wissenschaftlerin des Jahres © APA
An Nachhaltigkeit führt kein Weg vorbei

Die österreichische Wirtschaft brauche hier einen klaren Pfad mit Ziel und Stabilität, um ihr Handeln daran auszurichten. Möglichst klimaneutrales Handeln müsste für Firmen und Haushalte zur wirtschaftlich attraktivsten Variante werden. Und auch Interessensvertretungen, wie die Wirtschaftskammer, sollten positive Beispiele aus der Wirtschaft stärker vor den Vorhang holen und nicht weiter prominent die Anliegen der Blockierer vertreten. Am Umbau in Richtung Nachhaltigkeit führe kein Weg vorbei. Es brauche daher klare Hinweise seitens der Wissenschaft auf die äußerst besorgniserregenden Befunde aus der Klimaforschung und gleichzeitig positive Zukunftsbilder, wie die schlimmsten Auswirkungen noch abgefangen werden können.

Fokus auf Fossile ist innovationsfeindlich

Dass wir es in Zukunft womöglich mit einer wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber äußerst skeptischen Regierungsspitze zu tun bekommen könnten, sei für Forschende zwar eine neue Liga, aber hierzulande auch nicht ganz neu. Sollten jetzt aber die Weichen wieder in Richtung verstärkte Nutzung fossiler Energieträger und damit in Richtung innovationsfeindlicher Geschäftsmodelle gestellt werden, wäre das verheerend. „Das hat nichts mit einer dynamischen Marktwirtschaft oder Wettbewerbsfähigkeit zu tun.“, sagt Stagl.

„Die Umwelt verändert sich und entweder wir verändern uns mit ihr oder wir tragen die Kosten des Nichthandelns.“

Den Menschen zu suggerieren, „wir können weiter tun wie bisher und es entstehen keine Kosten“, sei eine „Lüge“. Die Kosten des Nichttuns seien deutlich höher als jede Alternative: „Die Umwelt verändert sich und entweder wir verändern uns mit ihr oder wir tragen die Kosten des Nichthandelns.“

Klimaschutz muss politisch außer Diskussion gestellt werden

Dass schon in den vergangenen Wochen immer wieder Klimaschutz-Maßnahmen als mögliche Sparoptionen zur Budgetsanierung ins Spiel gebracht wurden, sei im negativen Sinn bezeichnend. Stagl erneuerte auch ihre Forderung, dass es in jedweder künftigen Regierung weiter ein Klimaschutzministerium geben müsse, und dieses nicht etwa in anderen Ressorts aufgehen dürfe. Klimaschutz müsse politisch „außer Diskussion gestellt werden“. (Red/APA)

Verwirrende Volksbefragung gegen Windkraft

Die Kärntner FPÖ will ein Verbot für neue Windräder in ihrem Bundesland. Nur gute Argumente hat sie nicht zur Hand. Um das Verbot trotzdem durchzusetzen, will die FPÖ die Bevölkerung mit einer verwirrenden Volksbefragung in die Irre führen.

Sollen auf Kärntens Bergen zukünftig noch neue Windräder gebaut werden? Um diese Frage dreht sich eine von der FPÖ und dem Team Kärnten angestoßene Volksbefragung. Sie findet am 12. Jänner statt. Nur: In der Wahlkabine werden die Kärntner:innen diese Frage nicht lesen. FPÖ und Team Kärnten haben eine andere Formulierung gewählt:

„Soll zum Schutz der Kärntner Natur (einschließlich des Landschaftsbildes) die Errichtung weiterer Windkraftanlagen auf Bergen und Almen in Kärnten landesgesetzlich verboten werden?“

Dieser Wortlaut sorgte für Kritik und Verwunderung. Denn die Frage ist erstens verwirrend.   „Ja“ heißt eigentlich „Nein“ und umgekehrt. Bin ich gegen neue Windräder, muss ich ja ankreuzen. Sage ich Ja zur Windkraft in den Bergen, dann muss ich ein Kreuz bei Nein machen. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert.

Bewertende Fragestellung

Und zweitens handelt es sich um eine Suggestivfrage. Suggestivfragen sind so gestellt, dass sie eine bestimmte Antwort nahelegen. Sie enthalten eine versteckte Bewertung und schlagen dann eine bestimmte Handlung vor. „Du siehst krank aus. Möchtest du nicht nach Hause gehen und dich hinlegen?“ Der Wortlaut macht klar, was der Fragesteller für richtig hält.

Dasselbe gilt für die Formulierung der Windkraft-Volksbefragung. Das klar positiv besetze Wort „Schutz“ legt nahe, wie die Befragten zu antworten haben. Wer will schon gegen den Schutz der Kärntner Natur abstimmen?

Volksbefragungen sind wichtig in einer Demokratie. Sie sollen die Meinung der Bevölkerung unverfälscht ermitteln. Wer jedoch solche Suggestivfragen stellt, will die Befragung in eine erwünschte Richtung lenken und nicht wirklich wissen, was die Menschen wollen.

Das sieht selbst Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) so. Die Intention der Antragsteller sei aus dem Text klar zu erkennen, die Frage sei damit „leicht tendenziös“, so Kaiser. Abgesegnet hat die Landesregierung die Formulierung trotzdem. Warum, bleibt offen. Das Gesetz schreibt klar vor, dass Volksbefragungen „möglichst kurz, sachlich und eindeutig, ohne wertende Beifügungen“ formuliert werden müssen.

Fehlende Argumente gegen Windkraft

Auch abseits des Wortlautes sorgt die Volksbefragung für Verwunderung. Es fehlen schlicht gute Argumente für ein Verbot von Windrädern, eine Befragung dazu ist dementsprechend wenig sinnvoll. Weder für die beiden Kärntner Regierungsparteien SPÖ und ÖVP noch die Sozialpartner Arbeiterkammer (AK), ÖGB, Wirtschaftskammer (WK) und Industriellenvereinigung (IV) stand ein Verbot zur Diskussion.

Veranlasst haben die Befragung die beiden Oppositionsparteien FPÖ und Team Kärnten. Im Land Kärnten reicht bereits ein Drittel der Landtagsabgeordneten, um eine Volksbefragung durchführen zu können. FPÖ und Team Kärnten stellen gemeinsam 14 der 38 Abgeordneten und konnten so eine Volksbefragung erwirken. Damit machen sie Windkraft zum Spielball parteipolitischer Interessen.

Winterlücke schließen

Und das, obwohl Windräder für Kärnten als Wirtschaftsstandort sehr wichtig wären. Zwar hat das Land viel Wasserkraft, doch im Winter produzieren die Anlagen zu wenig Strom. Daher ist Kärnten im Winter auf teure Stromimporte angewiesen. Will Kärnten zukünftig ein attraktiver Standort für Unternehmen sein, braucht es auch im Winter unabhängigen und preisstabilen Strom. Dafür kann nur ein Energiemix sorgen, in dem auch Windkraft mit dabei ist.

Naturschutz und Windkraft können Hand in Hand gehen

Die von der FPÖ und dem Land Kärnten initiierte Volksbefragung hat einen bitteren Beigeschmack. Ihr Ziel ist es nicht, die ehrliche Meinung der Kärntner:innen einzuholen, sondern vielmehr, sie in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Der Wortlaut der Frage suggeriert, dass Windräder eine Gefahr für die heimische Natur darstellen. Dabei nutzen sie die tiefe emotionale Verbindung der Menschen zu ihren Bergen und ihrer Natur aus. Orte, die Heimatgefühl, Erholung und Identität vereinen. Doch die Wahrheit ist: Windkraft bedroht all das nicht.

Der Schutz der Kärntner Natur steht nicht im Gegensatz zum Ausbau der Windkraft. Windräder versiegeln nur geringe Flächen und verursachen im Betrieb keine Abgase, Abfälle oder Abwässer. Die Infrastruktur des Skitourismus – mit Seilbahnen, Schneekanonen, riesigen Parkplätzen und Hotelkomplexen – hat die alpine Natur in vielen Kärntner Regionen deutlich stärker verändert als Windräder es je könnten.

Doch FPÖ und Team Kärnten arbeiten mit einem Entweder-oder: Naturschutz oder Windkraft. Dabei ist klar, dass beides Hand in Hand gehen kann. Wer wirklich die Kärntner Natur und ihre Zukunft schützen will, muss Windkraft als Teil der Lösung betrachten – nicht als Problem.