Erderwärmung stärker als gedacht

Wird die Erderwärmung stärker ausfallen, als wir bisher angenommen haben? Eine neue Langzeitstudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung geht davon aus. Denn die neue Studie simuliert zum ersten Mal die Entwicklung der Erderwärmung über die kommenden 1000 Jahre.

Die Erderwärmung könnte aufgrund von Rückkopplungen langfristig deutlich stärker ausfallen als gedacht. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK). Das Pariser Ziel, die Erwärmung bei deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten, sei nur mit sehr niedrigen Emissionen und bei einer geringeren Klimasensitivität als derzeit angenommen erreichbar, warnt das Institut. Die Klimasensitivität umschreibt dabei, wie stark sich die Erde erwärmen würde, wenn sich der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre verdoppelt. Die Studie berücksichtigte dabei eine Spanne von zwei bis fünf Grad Celsius, die vom Weltklimarat (IPCC) als sehr wahrscheinlich eingestuft wird. Sie berücksichtigte für ihre Langzeitanalyse außerdem alle derzeit bekannten wichtigen Rückkopplungen im Kohlenstoffkreislauf, auch Methan, und untersuchte, wie stark diese zur Erwärmung beitragen.

Rückkopplungen als Auslöser

Die Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die Erderwärmung in den kommenden tausend Jahren viel stärker ausfallen könnte als bisher angenommen. Selbst in Szenarien, die heute als relativ sicher gelten, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, könnten Rückkopplungen im Klima- und Kohlenstoffkreislauf die Temperaturen stärker ansteigen lassen. Ein Beispiel für solche Rückkopplungen ist etwa das Auftauen von Permafrost.

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Auswirkung für Jahrhunderte

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Dringlichkeit, unsere Emissionen schneller zu reduzieren und CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen. „Was wir heute tun, wird das Leben auf diesem Planeten für Jahrhunderte prägen“, sagt PIK-Direktor Johan Rockström und Mitautor der Studie. „Das Zeitfenster, um die Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, schließt sich schnell. Wir sehen bereits, dass das Erdsystem an Stabilität verliert – das könnte Rückkopplungen auslösen, welche die Klimasensitivität erhöhen und damit zu beschleunigter Erwärmung und Abweichungen von bisherigen Prognosen führen.“ (Red./APA)

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